Anspruch und Qualität

Die Brakeler Modellbundesbahn ist einzigartig in Deutschland. Im Vergleich mit anderen öffentlichen Schauanlagen stellst du beim näheren Hinsehen fest, die Modellbundesbahn ist einfach anders! Schon der Name steht für eine vergangene Zeit – eben die Bundesbahn und deren Abläufe im Modell. Absolute Priorität hat die Orientierung am Vorbild bei gleichzeitig hohem Unterhaltungswert einer Schauanlage. Außer den Zügen, dem Gleiskörper, den Autos und Figuren ist hier grundsätzlich nichts von der Stange.

Fast alle Gebäude sind Unikate, sämtliche Bäume in Handarbeit entstanden, alle Brücken, Lokbehandlungsanlagen, Verladerampen sind nach Originalplänen gebaut, die Höhe der Bahndämme ist den Originalunterlagen entsprechend, selbstverständlich tragen die Lokomotiven die passenden Loknummern. Wertvollstes Einzelmodell ist das große Viadukt von Altenbeken. Der Wert allein dieser 552 cm lange Steinbogenbrücke bemisst sich auf eine Mittelklassenlimousine.
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Nachbau des Altenbekener Viaduktes vor seinem Original
Die Bahnhofsdurchsagen kommen zwar aus dem Computer, sie wurden aber von den Original Bahnhofssprechern eingesprochen. Und weil in den 70ern zwischen den Zugpausen ab und zu vergessen wurde, das Mikrofon auszuschalten, so ist auch in der Modellbahnschau teilweise ein nicht an die Öffentlichkeit adressiertes Gelächter zu vernehmen. Es gibt kaum ein Detail, an das nicht gedacht wurde – insbesondere auch daran, dass die Modellbundesbahn trotz dieser Perfektion unterhalten und Spaß machen soll.

Der erste Bauabschnitt wurde nach über 4 Jahren Bauzeit im Oktober 2005 eröffnet. Weserstein folgte 2009. Von 2011 bis 2015 recherchierten Bernard Huguenin und Karl Fischer zur Eisenbahn im Teutoburger Wald. Daraus entstand die Buchtrilogie Altenbeken. Sie bildet das Fundament für drei neue Bauabschnitte: 1. Teutoburger Wald, 2. Altenbeken und 3. die Verbindungsbahn. Seit 2018 entsteht der Teutoburger Wald mit den schönsten Abschnitten der Strecke Paderborn ─ Altenbeken. Unsere Philosophie »Gut Ding will Weile haben« scheint in einer schnelllebigen Zeit auf den ersten Blick nicht mehr aktuell zu sein. Aber nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick bestätigen uns immer mehr Besucher, vor allen die, die nach Exklusivität suchen und diese nach eigenem Bekunden nur in Brakel finden.

Ein Nachbau ist keine Nachempfindung

Eine Nachempfindung zeigt lediglich Ähnlichkeiten zum Vorbild und ist mit erheblich geringerem zeitlichen und finanziellen Aufwand umzusetzen. Trotzdem wird manche Nachempfindung mancherorts dem Besucher als Nachbau angepriesen. Nachempfindungen können sich in bewussten Abweichungen vom Original äußern, indem bei einem Bahnhof beispielsweise die Gleislängen nicht stimmen, die Anzahl der Gebäude, Weichen oder Signale nicht vollständig ist, nur ähnliche Bausätze statt der korrekten Bauten oder Details verwendet werden. Selbst wenn in diesen Punkten akkurat gearbeitet worden ist, kann immer noch der Maßstab einzelner Bauten verzerrt sein. Zum Beispiel statt 1:87 in 1:100 gebaut. Auch das ist dann streng genommen nur nachempfunden!
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Bahnbetriebswerk Ottbergen im Modell
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Bahnbetriebswerk Ottbergen 1976
Unbewusste Nachempfindungen können darin begründet sein, dass etwas so gebaut wird, wie es hätte gewesen sein können – schlussendlich kann es manchem Modellbauer insbesondere bei historischen Projekten an den nötigen Informationen oder auch der notwendigen Geduld bei der Recherche fehlen. Festzuhalten bleibt: Bei einer Nachempfindung – egal ob bewusst oder unbewusst – ist es nicht legitim diese auf eine Stufe mit einem Nachbau zu stellen.

Bereits Anfang der 1970er Jahre besuchten François und Bernard Huguenin Ottbergen. Von 1976 bis 1984 forschten die beiden für das »erste Ottbergen Buch.« Ihre Erkenntnisse flossen gemeinsam mit intensiven von 2001 bis 2003 angestellten Auswertungen, Recherchen und Planungen der Modellbundesbahner unter dem Ziel ein, einen konsequenten Nachbau des Bahnhofs und Bahnbetriebswerks Ottbergen und des Bahnhofs Bad Driburg zu zeigen.

Mit großem technischen, finanziellen, personellen und materiellen Aufwand wurden diese Ergebnisse bis auf wenige Kompromisse exakt in den Maßstab 1:87 umgesetzt. Aus diesem Grunde sprechen wir von einem Nachbau. Dem Einen oder der Anderen mag dies spitzfinderisch erscheinen; für das Verständnis der Modellbundesbahn ist jedoch gerade diese Unterscheidung zwischen Nachbau und Nachempfindung von immenser Bedeutung.
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