Alles über das Dampf-Dorado Ottbergen  Mit dreieinhalb Kilogramm sind diese beiden großformatigen Bücher noch schwerer und gewichtiger als der schon gewichtige... Die ganze Rezension des em 12 / 2012 lesen Sie bitte hier
Eines sei gleich vorweg genommen: Dieser Doppelband von Bernard Huguenin und Karl Fischer ist wohl mit das Beste, was die Eisenbahnliteratur jemals hervorgebracht hat. Es ist erlebte Eisenbahngeschichte! Wer die Bücher von Karl-Ernst Maedel und dessen Erzählungen über seine "große Liebe Dampflok" kennt und zu schätzen weiß, der wird von den "Ottbergener Geschichten" nicht weniger begeistert sein. Doch der Inhalt der Bücher geht weit über das... Die ganze Rezension des 012-Express lesen Sie bitte hier
Ein echtes Buch... Ein fast sinnliches Vergnügen ist es, in diesen 560 Seiten immer wieder einmal zu blättern und zu lesen. Diese beiden Bände sollte man sich unbedingt gönnen. Die ganze Rezension der HP1 lesen Sie bitte hier
Epochale Großtat  Der Ruf des Eisenbahnerdorfs Ottbergen als einstiger Dampflokhochburg und Auslauf-Bw für die Jumbos ist legendär. Wer diese Zeit, die vor mittlerweile 36 Jahren unwiderruflich zuende ging, noch erleben durfte, der schwärmt bis heute. Bernard Huguenin, der einst mit seinem Bruder François Bahnbetriebswerk und Zugbildungsbahnhof erkundete und hernach mit dem opulenten ersten Ottbergen-Buch Maßstäbe setzte, ist ebenso wie Mitautor Karl Fischer ein ausgewiesener Kenner der Materie. Das Autoren-Duo, das seit Jahren auch die Erfolgsgeschichte der Modellbundesbahn prägt, legt mit diesem zweibändigen Werk eine Publikation vor, die ihresgleichen sucht. Zahlreiche bislang unveröffentlichte technische Zeichnungen, und Fotos, Gleispläne und zwei Faltbeilagen sowie die spannend zu lesenden Erzählungen aus der Welt der Arbeit begeistern.Fazit: Zweibändiges Werk, das jeden Euro wert ist.
"Das Buch lässt kaum noch Wünsche oder Fragen übrig. Man liest es wie einen Roman. Die Exaktheit und die Qualität der Zeichnungen ist einfach verblüffend!Am Beispiel des Ottbergener Bws schaffen es die Autoren eine ganze Ära mit seiner Technologie unsterblich zu machen."
"Der Mythos Ottbergen in einem Doppelband mit 145 Zeichnungen und zwei DIN A0-Faltbeilagen zum Gleisplan sowie 15 Übersichtszeichnungen der Stammloks der Baureihe 44: Mit diesem Angebot wird das legendäre Ottbergen-Buch von 1984 klar übertroffen!Bernard Huguenin und sein Bruder Francois hatten das Dampf-Bw im Weserbergland in seinen letzten Jahren fotografiert, detailliert vermessen und dokumentiert. All das, ergänzt um Modellfotos von der Schauanlage „Ottbergen“ findet man wieder. Die mit höchster Sorgfalt erstellten Zeichnungen bilden einen technikhistorisch wertvollen Fundus nachhaltiger Anregungen für den Modellbau.Neben dem Bw werden auch der Bahnknoten, die Bahnmeisterei und die Bahngeschichte des Weserberglands beschrieben. Von großer Authentizität zeugen die eingestreuten Passagen erlebter Geschichte, in der vom Eisenbahneralltag der 1970er-Jahre aus der Sicht eines Heizers erzählt wird, den der Leser auf seinem Berufsweg zum Lokführer bis ans Ende der Dampflokzeit begleitet - eine konzeptionell gute Idee! Lediglich beim Layout hätte sich der Rezensent mitunter etwas weniger Experimente gewünscht.Fazit: Ein überaus wertvolles Werk, das dem Mythos Ottbergen gekonnt ein literarisches Denkmal setzt. Das Buch ist über www.modellbundesbahn.de oder bei einem Besuch der Schauanlage erhältlich."
Auszug:Eine gehaltvollere Mischung aus fundiertem und anschaulich vermitteltem Wissen sowie Herzblut von Autorenseite kann wohl niemand verlangen. Beeindruckend – auch ohne eine besondere Zuneigung zur Baureihe 44 oder zur Dampftraktion überhaupt. Wem diese Leistung nicht genügt, dem wird wohl auch künftig nicht mehr zu helfen sein.Volle Rezension:Nur ein Eisenbahnerdorf, gleich zwei Bücher und dann zu so einem Preis – was haben die sich denn bloß dabei gedacht? Eine Menge! Die besondere Beziehung der Autoren zu diesem kleinen Gemeinwesen hält bereits seit Jahrzehnten an, hier schlagen die Herzen für das Thema „Jumbos im Weserbergland“ wie wohl für kein anderes. Und: Emotionen wollen nun einmal ausgelebt und verarbeitet werden. Das geschah im konkreten Fall bereits auf zuvor verschiedene Weise. So veröffentlichte Bernard Huguenin 1984 mit Bruder Francois das opulente Werk „Bw Ottbergen: Ein typisches Bahnbetriebswerk der Dampflokzeit“, das in vergleichsweiser kleiner Auflage erschien und aufgrund der gebotenen Detailfülle bis heute als Meilenstein exemplarischer Dokumentation gilt. Kein Wunder also, dass es sich zu einem gesuchten Stück entwickelte, für das bereits Sammlerpreise von über 350,- Euro am Markt etabliert werden konnten. Ganz Mutige fordern gar 798,- Euro…Damit erwies es sich als durchaus gute Wertanlage, obgleich sich schon der damalige Originalpreis weitab jeden Standards bewegte. Karl Fischer hingegen eröffnete – nicht zuletzt durch die Taten der schweizerischen Brüder inspiriert – am 15. Oktober 2005 im Güterschuppen des Bahnhofes Bad Driburg eine zunächst unter dem Kürzel „MO187“ firmierende Modellbahnausstellung. Zielsetzung war es, den Dampfbetrieb in den Bahnhöfen Ottbergen und Bad Driburg vom Sommer 1975 – Stichtag 16. August! – in täglich wiederkehrender Form möglichst vorbildgerecht nachzubilden. Seit Mai 2009 in erweiterter Form unter dem weitaus griffigeren Titel „Modellbundesbahn“ geführt, erlangte die Anlage schon binnen kurzer Zeit auch international einen hervorragenden Ruf als eine in Bezug auf Ausgestaltung und Authentizität der Betriebsabläufe an vorderster Front rangierende Einrichtung.Die enge Zusammenarbeit der Genannten im Zuge der Recherchen für die Modellbahnanlage sowie das stetig hinzugekommene Informations- und Bildmaterial ließen den Entschluss reifen, das gesammelte Wissen noch einmal in überarbeiteter Form zu publizieren. Schon beim ersten Kontakt mit dem Opus wird deutlich, dass hier Außergewöhnliches geschaffen wurde. Inhaltlich aber, und auch laut ISBN-Nummer, handelt es sich eigentlich nur um ein Buch, das jedoch zwischen vier Buchdeckeln untergebracht wurde. Der erste Band „von den Anfängen bis 1960er“ umfasst 272 Seiten, während der zweite „1970er bis heute“ gar 288 Seiten aufweist. Beide zusammen bringen 3.523 Gramm auf die Küchenwaage. Stand beim alten Buch noch das Bw Ottbergen allein im Fokus, so gestattet sich die neue Darstellung einen weitaus größeren Betrachtungshorizont. Denn neben der Gesamtanlage Bahnhof-und Bw Ottbergen werden zahlreiche weitere im Weserbergland gelegene Dienststellen einer ausführlicheren Würdigung unterzogen. So gesehen wäre durchaus auch ein anderer Titel denkbar gewesen.Der Gliederung dienen 20 Haupt- sowie 59 Unterkapitel, die durch 48 sogenannte „Wissenskästen“ ergänzt werden. Neben den 482 regulären Fotos findet sich eine Fülle weiterer Pläne und Tabellen, zum Teil sogar als Ausklapper und Faltbeilage. Neben aller Deskription lässt man oft auch zeitzeugen sprechen, also Lokpersonale, Werkstattarbeiter oder „Normalbürger“ und sorgt dadurch für ein hohes Maß an Lebensnähe. Allerdings kommen auch die genretypische Wehmut über die Vergänglichkeit der Dinge und der Stolz über das Geleistete zum Tragen.Die grafische Darstellung, z.B. das teilweise Hinterlegen der Fotos mit Wasser-, Sand- oder Feuerszenarien zur Veranschaulichung der Nähe von Dampfbetrieb und Elementen, ist sicherlich Geschmackssache. Auch kann die Wiedergabequalität der Farbfotos nicht immer bei jener der Schwarzweißaufnahmen mithalten. Den Wert der Forschungsarbeit schmälert dies freilich nicht.Muss man soviel Material über vorwiegend einen Bahnhof samt Bw zusammentragen bzw. das alles lesen? Mit Sicherheit nicht. Aber: Eine gehaltvollere Mischung aus fundiertem und anschaulich vermitteltem Wissen sowie Herzblut von Autorenseite kann wohl niemand verlangen. Beeindruckend – auch ohne eine besondere Zuneigung zur Baureihe 44 oder zur Dampftraktion überhaupt. Wem diese Leistung nicht genügt, dem wird wohl auch künftig nicht mehr zu helfen sein.
Ich werde Ihnen meine Eindrücke mitteilen, im Moment meiner Öffnung der Verpackung des Buchpakets ...zwei große Bücher sind zu entdecken! Da ich spät letzte Nacht zurück kam, war es mir noch nicht gegeben, mich allzu sehr in diese beiden Wunder zu vertiefen! Aber mein erster Eindruck ist schon Anlass genug, Ihnen meine Bewunderung auszudrücken. Bewunderung der hervorragenden Qualität der Zeichnungen und zahlreichen Fotos ...Oh, ich vergaß, auch die Qualität des Hochglanzpapiers ist mit dabei, was sogar noch die Schönheit der Bücher verbessert.Nun, dabei belasse ich es für heute um mich mit Wonne in Ihre Arbeit zu vertiefen ...DANKE!Freundlichst, IhrEric Roux
This magnum opus comes not as one massive book but two separately-bound substantial hardback volumes, of 274 and 286 pages repectively. It has been produced and published by the team responsible for the Modellbundesbahn permanent display layout at Bad Driburg, and by making available much of the information used to create the layout it reveals the amount of research and planning that preceded its design and construction.As the layout also includes a scale replica of Bad Driburg station, as well as representations of many local landmarks and railway features, Ottbergen is only part of the story…The first volume takes us from the beginnings of the railway age in Ottbergen in 1831 to the 1960s, while the second covers the 1970s to the present, including the conception and development of the model.The account is exceptionally thorough, taking us through the history, progressive development, infrastructure at various periods (down to the smallest details lytterly), buildings, locomotives, timetables and services, train operation, working conditions, and personnel. It is a study of how the railway and its facilities fit into the surroundings and the community, indeed how the railway created the community, and the effect changes in the railway and the eventual, inevitable, closure of the depot at the end of steam had on the local area.Volume 1 contains 140 black & white and 64 colour photos, 10 facsimiles, 97 drawings, two maps, 24 tables, two four-page and foru three-page foldouts, and a double-sided A0 size folded plan sheet in a pocket within the rear cover (providing prototype and model track plans).Volume 2 contains 115 black & white and 163 colour photos, seven facsimiles, 48 drawings, 10 tables, two four-page and four three-page foldouts, and a double-sided A0 size folded plan sheet in a pocket within the rear cover (with highly detailed 1:20 scale technical drawings of the BR44 three-cylinder 2-10-0).Modellers will find the meticulous documentation of the differences in the BR44 locos most interesting, along with the sequences showing the loco servicing facilities and procedures.The photographs have been collected from several sources, archives and enthusiast, though most are those taken by the Huguenin brothers during the last years of the depot`s existence. Many are far more than just illustrations of the physical features but reveal an artistic sensitivity. If some of the colour images are perhaps not as bright and sharp as we might expect today, it should be remembered that they are over thirty years old, and the publishers seem to have opted to maintain the character of this period rather than enhance them with digital processing. The photos are by the acknowledged master Markus Tiedtke.The drawings are, quite simply, remarkable for both the quantity and the quality. The level of detail is astounding. Most were originally hand-drawn, with great precision, and some have been re-worked or recreated from scratch electronically and presented as three-dimensional graphics.The style of presentation is quite traditional, as suits the subject, with intelligent and restrained use of graphic devices and colour to aid comprehension and clarity. References and sources are provided by means of copious footnotes throughout the work, in the manner of academic publication. The content lists even includes the information sidebars for ease of reference, and the whole work is completed with a comprehensive index and a list of abbreviations (primarily railway terms).In many ways this publication updates and expands the Huguenin brother`s classic record of the location, first published in 1984, and completes the story by interweaving aspects of the layout which was built as a result of one young man inspired by that book.If you cannot get to Bad Driburg to see Modellbundesbahn for yourself, read these books and watch the available DVDs; if you are planning a trip, absorbing this in advance will significantly enhance your appreciation; if you acquire them while there, as souvenirs, they will multiply your admiration of the whole project – from the Huguenin`s original mission through to the Modellbundesbahn team`s achievement.A good acknowledge of German will be needed to get the most from the text, but the collection of images and drawings is still worthwile.Although specific to the place, and the layout, this account contains much of general relevance for the DB at the end of the steam era in Epoch IV. Modellers of this period will find it invaluable, and it is highly recommended to all with any interest in steam railways.
Lieber Herr Fischer,  die wunderbaren Bücher über Ottbergen und seine Lokomotiven sind gut bei mir angekommen. Ich kann sagen, so großzügig ist noch nie ein Foto von mir belohnt worden. Da ich Ottbergen auch persönlich kenne, habe ich zu Ihren Prachtbänden auch eine innerliche Beziehung. Schon beim ersten Durchblättern habe ich eine Menge neuer Dinge über Ottbergen und Umgebung kennengelernt. Allein die prächtigen Zeichnungen und Modellaufnahmen sind eine Klasse für sich.
"...Die Autoren haben, und das kommt dem Buch zugute, über Jahre hinweg akribisch recherchiert. Herausgekommen ist ein Werk, das vor allem, aber nicht nur, Eisenbahnfreunde begeistern wird..."
"Detailreiche Dokumentation über den Bahnhof Ottbergen samt Betriebswerk, Bahnmeisterei und sonstigen Anlagen zur Zeit des Dampfbetriebs. Das zweibändige Werk schafft dabei spielend den Spagat zwischen anschaulich-unterhaltsamer und zugleich fachlich fundierter Darstellung. Eines der erfreulichsten Eisenbahnbücher der letzten Jahre."
"Vielen Dank für die Zusendung der beiden Bücher. Ich möchte Ihnen zu diesem absolut gelungenen Gesamtwerk gratulieren. Die meinerseits an die Bücher gestellten Erwachtungen haben Sie und Ihre Mitstreiter weit übertroffen. Ich verschlinge zurzeit die Bücher, obwohl ich normalerweise keine Leseratte bin. Ein großes Lob an Sie."
Lieber Herr Fischer,ich habe heute Ihre Büchersendung erhalten und bin hoch begeistert von den beiden Bänden. Eine derart umfangreiche Dokumentation der Eisenbahngeschichte eines Ortes habe ich bisher noch nicht gesehen. Ihre hervorragenden Zeichnungen und Bildauswahlen verdienen genau so meinen allerhöchsten Respekt wie zahlreichen Schilderungen ehemaliger Eisenbahner die zur Erstellung dieser hervorragenden Dokumentation beigetraten haben. Ich werde sicherlich längere Zeit benötigen um die beiden Bücher mit großer Freude zu studieren.viel Erfolg und alles Gute
Als Co-Autor des längst vergriffenen Buches »Bw Ottbergen, Ein typisches Bahnbetriebswerk der Dampflokzeit« (Mainz 1985), das ich zusammen mit meinem Bruder Bernard Huguenin verfasst habe, durfte ich im Voraus das neue Werk »Ottbergen - Klassiker der Dampflokzeit« lesen und begutachten. Die Autoren des vorliegenden gewichtigen Doppelbandes versprechen: »Der Leser soll nicht nur das Bw, sondern einen kompletten Bahnhof der Dampflokzeit verstehen können, am Beispiel des überaus beliebten Eisenbahnerdorfes Ottbergen – einem Klassiker der Dampflokzeit! Was passiert auf der Lok, wenn der Zug ausfährt? Was passiert beim Stellwerk(er)? Was macht zur gleichen Zeit der Lokleiter?« Wird dieses Versprechen erfüllt? Das wäre eine neue Dimension!Nach dem Überfliegen des Inhaltverzeichnisses beginne ich im ersten Kapitel sozusagen eine Zeitreise zu den Anfängen, als mit dem Eisenbahnbau und der Industrialisierung grundlegende Veränderungen im Leben der Menschen einher gingen. Ab 1865 ist jede größere Veränderung im Bahnhof anhand eines Gleisplans illustriert. Auf sehr interessante Art und Weise ist so der Aufbau des späteren Eisenbahnknotenpunktes von der anfänglich kleinen Station bis zur vollen Blüte zu verfolgen. Es erstaunt mich, wie zügig die Bahngesellschaften damals den Bau vorantrieben. Heute jedenfalls wäre so etwas undenkbar. Viele wertvolle Zeichnungen dokumentieren die Entwicklung über die Jahrzehnte, inklusive einiger großer Überraschungen. Beispielsweise wollte die Bahn nach dem Zweiten Weltkrieg sogar den Maschinenstützpunkt Ottbergen mit einer zweiten Drehscheibe ausbauen. Auch der Rückbau zum heutigen Zeitpunkt mit all seinen Konsequenzen fehlt nicht.Die Perspektive wechselt mit dem Eintreffen von Elmar, dem Heizer aus Haltingen bei Basel, der ins Weserbergland versetzt wird. Man begleitet Elmar auf dem Führerstand einer 44 im Einsatz vor einem schweren Erzzug nach Westen. Eine Fülle von Details aus dem Einsatz der schweren Züge werden in den Dialogen zwischen dem Lokführer Josef und seinem Heizer Elmar lebendig. Der Leser erfährt manch Interessantes über die Strecke nach Altenbecken, untermalt mit gezeichneten Plänen der Bahnhöfe Altenbeken, Bad Driburg und natürlich Ottbergen. Gut aufgemacht ist die konsequente Trennung der nüchternen technischen Beschreibungen, die durchwegs in sogenannten Wissenskästen zusammengefasst sind, von der erzählten Geschichte. Dies erleichtert das Lesen und erlaubt es, sich später in manch technisches Detail zu vertiefen. Ein erster Höhepunkt des Buches ist erreicht, wenn der Leser den Kasten über die legendären Erzzüge 1946-1962 vor Augen hat. Mich hat es damals 1975-1976 immer gewundert, was mir der Lokführer Josef über jene Zeit mit den Erzganzzügen bei der Abzweigung Amelunxen erzählte – ich konnte es kaum glauben. Nun ist der Beweis erbracht! Am Schluss des Kapitels angelangt, wird klar, dass man einfach immer weiterlesen will. Unerwartet stößt man dann auf das sagenhaft schöne Farbbild der 094 644-2 auf der Drehscheibe, mit dem das nächste Kapitel eröffnet wird: Ein ganzes Programm! Der Leser wird mit der Erzählung über das Bw nicht enttäuscht. Willi, der Drehscheibenwärter, nimmt Elmar mit auf einen Bw-Rundgang. Zu sehen sind dabei Bilder einer längst verschwundenen Epoche. Sogar jeder einzelne der 15 Lokschuppenstände ist in einer technischen Zeichnung ausführlich dokumentiert. Ein Glanzlicht setzt die 21seitige Zeichnung des Bw in seiner ganzen Ausdehnung im Maßstab 1:87 – in dieser Akribie kenne ich nichts Vergleichbares. Wie die Gesellen der Gießerei bei ihrer täglichen Arbeit, lernt man durch das Buch die verschiedenen Berufsgattungen näher kennen und versteht somit was alles notwendig war, um den Betrieb mit der Dampflokomotive zuverlässig abwickeln zu können. Dazu gehören auch die eindrücklichen Erzählungen über die Aufgaben des Wagenmeisters Konrad, was es alles bis zur perfekten Zugbildung braucht. Ein anderes Kapitel berichtet vom Geschehen in der Bahnmeisterei, ein weiteres vom Stellwerk, immer wieder umrahmt von Geschehnissen auf der Lok. Man begleitet Elmar als Heizer auch auf seiner Lokführerberufslaufbahn, wie er zum ersten Mal selbst am Regler steht oder wie er einen Lokzug ins AW Braunschweig überführt und schließlich, wie er die letzten Jahre im Dampfbetrieb erlebte. Wenn auch kurzweilig und manchmal zum Schmunzeln geschrieben, soll es doch nicht darüber hinweg täuschen, dass der Einsatz auf der Lok hart war und vom Personal alles abverlangte.Ein ganzes Kapitel ist der Baureihe 44 selbst gewidmet. Hier ermöglicht eine neue Betrachtungsweise mit Schnittzeichnungen, gepaart mit der großen Faltbeilage einen Einblick in diese doch sehr komplexe Maschinerie. Der Lokführer und sein Heizer erklären den Gebrüdern Huguenin im August 1975 auf eine sehr verständliche aber eben spannende Art die Funktion ihres Dampfrosses. Da werden Erinnerungen wieder wach, z.B. wie es war, als ich bei der Ganzprüfung begriff, was der Hammerschlag des Werkmeisters auf die Stangen der 44 209 zu bedeuten hatte. Dies waren ganz spezielle Momente abseits der Jagd auf die Anfahrten der Dampfloks. Damals haben wir uns wirklich mal Zeit genommen, um die Lokomotive und die um sie herum arbeitenden Menschen wahrzunehmen. Diese Beschreibung ist zudem mit Explosionszeichnungen einzelner Teile ergänzt und verdeutlicht wie einzelne Baugruppen gebaut sind: Sehr wertvoll!Die letzten beiden Kapitel des Werkes spannen eine Brücke zur Gegenwart. Ausgewählte Lokporträts mit deren Bauart-Änderungen weisen auf die Vielfalt der Maschinen hin, wie sie zu Dampfzeiten zu erleben war. Im Modell fahren diese Loks täglich auf der Anlage der Modellbundesbahn, die den Betrieb im Jahr 1975 zeigt. Pfiffig ist die Idee, den damaligen Ortsgüterverkehr in einer Bilderserie des bekannten Fotografen Markus Tiedtke zu zeigen. Auf 560 Seiten findet der Leser einen nahezu unerschöpflichen und definitiv unentbehrlichen Fundus über eine längst verschwundene Epoche der Eisenbahngeschichte. Eine Epoche, die allerdings im Maßstab 1:87 bei der Modellbundesbahn weiterhin zu erleben ist. Nach der Buchlektüre wird man die Abläufe dort mit ganz anderen Augen sehen: Elmar, Hans-Dampf, Josef, Hermann, Willi und die schwarzen Gesellen werden lebendig.Es ist der große Verdienst meines Bruders Bernard Huguenins und Karl Fischers, dieses umfassende Werk zusammengetragen und publiziert zu haben. So sind es die schönen und meist seltenen Bilder, der gut ausgewählte rote Faden und die zahlreichen überaus schönen Zeichnungen, die dieses Werk zu einer wahren Fundgrube machen. Nicht nur der Modellbahner wird wegen der zahlreichen maßstäblichen Zeichnungen auf seine Kosten kommen – vielmehr und vor allem auch alle am Vorbild Interessierten können sich hier umfassend und definitiv ein Bild machen, wie es in einem Bahnhof der Dampflokzeit zuging. Die gesamte Darstellung anhand einer an sich kleinen, aber wichtigen Dienststelle, erfüllt das eingangs erwähnte Versprechen der Autoren. Es ist ihnen gelungen, die gestellte Aufgabe dank Verwendung des bewährten Konzepts der »erlebten Geschichte« in eine überaus spannende Geschichte zu verpacken.Kurzum: Sehr empfehlenswert! François Huguenin, im September 2011