Mit großem Interesse verfolgt

Mit großem Interesse verfolgen die Besucher der Modellbundesbahn die vollautomatisch ablaufenden Lokwechsel. Ihre Reaktionen können kaum unterschiedlicher sein: »Schau mal, Mama. Die schwarze Lok da hat ihr’n Zuch verlor’n!« Der aufgeregt klingende Zuruf ist allerdings für den Kenner kein Grund, nervös zu werden, erkennt er in dem laienhaften, undifferenzierten Ausspruch doch die Unkenntnis eines Originalbetriebsablaufs, wie er einst in Ottbergen stattfand. Es ist also pure Absicht, »dass die Lok ihren Zug verliert«.

Warum wechselt die Lok?

Zur Dampflokzeit ist es in Ottbergen üblich gewesen, die schweren Lokomotiven aus der Baureihe 44 von Durchgangsgüterzügen abzuspannen, um sie im Bahnbetriebswerk zu restaurieren. Das bedeutet: Lok bekohlen, Lösche ziehen, Sand nehmen, entschlacken, Wasser fassen und im Ruhefeuer abstellen – oder den nun behandelten Jumbo wieder vor den wartenden Zug zu setzen. Letzteres geschah nur in Ausnahmesituationen, zeitsparender ist es, eine bereits vorbereitete Lok aus dem Schuppen zu holen, die den Zug ohne längere Wartezeiten (die Behandlung konnte durchaus eine Stunde dauern) übernimmt. Im Modell läuft dieses Highlight minuziös programmiert ab. Zuvor waren einige Aufgaben geduldig und engagiert zu erledigen: »Damit wir die Lokwechsel so realistisch im Modell umsetzen können, ist innovative Technik nötig. Wir haben viele Kupplungen mit vielen Entkupplern getestet … doch keine brauchbare Lösung für höchste Ansprüche gefunden«, erläutert Fahrdienstleiter Norbert Sickmann, »bis eine Weltneuheit die Lösung für unserer Probleme bot: TCCS (Train Coupling & Communication System) von T4T! Das ist nicht nur eine Kupplung, sondern ein System! Es kombiniert Lokdecoder, Wagendecoder und Kupplungen zu einer Einheit, einem Zug, der durch einen internen Zugbus miteinander kommuniziert. Genau das haben wir gebraucht: Lok und einzelne Wagen können an jeder Stelle im Zug getrennt werden!
In Kombination mit dem TrainController von Freiwald, kann ich die neue fortschrittliche Technologie ausreizen. Die Software bietet mir alle Möglichkeiten, die komplexen Abläufe im Ottberger Bahnhof im Automatik-Betrieb zu zeigen!«

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Mit freundlicher Genehmigung der Verlagsgruppe Bahn und der Zeitschrift Digitale Modellbahn. Der Bericht war im Heft »Digitale Modellbahn 03/2011« erschienen. Wer das Heft kaufen möchte findet es hier